IPI

Individualisierte Patientenmodelle in der Intensivmedizin

Auf der Intensivstation entscheiden Ärztinnen und Ärzte fortlaufend über lebenswichtige Therapien – oft auf Basis abgeleiteter Werte, deren Unsicherheit für das Behandlungsteam nicht erkennbar ist. Das Verbundprojekt IPI entwickelt mathematische Verfahren, die aus den kontinuierlich erfassten Biosignalen ein individuell angepasstes Modell des Herz-Kreislauf-Systems jedes Patienten lernen – schnell genug, um Veränderungen nahezu in Echtzeit zu verfolgen. Entscheidend ist, dass diese Modelle ihre eigene Unsicherheit mit ausweisen und so Fehlinterpretationen vermeiden helfen. Über Anomalieerkennung sollen sie künftig Verschlechterungen früh signalisieren und Therapieentscheidungen quantitativ stützen. Die Patientenmodelle lassen sich als eine Art digitaler Zwilling verstehen, dessen physiologische Zusammenhänge nachvollziehbar bleiben. Ergänzend lernen KI-Verfahren aus den Messdaten hinzu, was die Modelle allein noch nicht erfassen. Getragen von den Universitäten Bonn, Berlin und Freiberg, dem Universitätsklinikum Bonn unter Beteiligung des Industriepartners Drägerwerk, verknüpft das Vorhaben medizinisches Expertenwissen mit datengetriebener KI. Damit leistet IPI einen Beitrag zur digital vernetzten, personalisierten Versorgung und zu den KI- und Gesundheitszielen der Hightech Agenda Deutschland.